Sanierung

Pfalzring

Das Begutachten und Erneuern dauerhaft verankerter Sicherungspunkte oder das Beseitigung von potentiellen Gefahrstellen wird schon seit Jahrzehnten im Rahmen einer Fachgruppe im Arbeitskreis K & N organisiert. Die Idee dahinter ist, allen Interessierten das Mitwirken bei Fragen der Absicherung von Kletterrouten zu eröffnen.

Die Fachgruppe richtet sich – eher strikt – danach, dass

  • der ursprüngliche Charakter der anspruchsvollen Kletterei in der Südpfalz maßgeblich erhalten bleibt.
  • erst wenn der/die Erstbegeher nicht mehr erreichbar sind, in einer Sitzung der Fachgruppe ein Votum für oder gegen eine nachträglich, fixe Sicherungsmöglichkeit getroffen wird.

Dauerhaft verankerte Sicherungspunkte – vereinfachend häufig als „Ring“ bezeichnet – an den vielfach als Naturdenkmäler ausgewiesenen Felsen sollen

  • von bestimmter Machart sein – vereinbarte Bohrhakentypen – und
  • natürlich fachgerecht verklebt oder betoniert sein.

Nur wenn beides zutrifft werden sie von den unteren Landespflegebehörden überhaupt noch toleriert!

Übersicht Ringmaterial

Bohrhaken zum Sanieren

Bohrhaken zum Sanieren

Klebehaken, die bei der Sanierung und auch Erschließung maßgeblich verwendet werden. Die Schaftlängen betragen 9-15 cm. Für potentielle Erschließer werden diese zum Selbstkostenpreis abgegeben (z.B. vom Felswart oder in der Bärenhöhle).

Augenschrauben 1

Augenschrauben

Ringe von hoher Güte, die von Individualisten gebaut wurden und sich immer wieder treffen lassen. Bei dreien kamen käuflich erwerbbare Schäfte zum Einsatz, die allesamt verlängert wurden. Beim unteren Exemplar ist sogar der Schaft ein nicht käuflich erwerbbares Teil. Diese Variante ist anfällig für Flugrost – was hier bei uns kein wirklichen Nachteil bedeuten mag. Die Schaft-Dimensionen erfordern fundierte Kenntnisse beim Einbau.

Augenschrauben 2

Augenschrauben handgeschmiedet

Das Sortiment an PK-Ringen, das seit Jahrzehnten zum Einsatz kommt. Die rechten beiden Varianten – handgeschmiedet – kamen in den 1970er und 1980er Jahren oft als strategischer Sicherungpunkt bzw. Standplatz in den Fels. Der Flugrost hat nahezu keine nachteiligen Auswirkungen auf die Haltbarkeit o. Haltekraft. Die kürzeste Variante (8cm Nutzlänge) war käuflich erwerbbar und hat sich in den 1990er und 2000er Jahren im Bezug auf die Gesteinsqualität einer Trifelsschicht als vollkommen ausreichend erwiesen.
Die linken drei Varianten wurden entweder von der PK anfertigen gelassen oder aus der Tschechien importiert. Alle drei kommen bei Sanierungseinsätzen durch den PK-Felswart sporadisch zum Einssatz.

Über all die Jahrzehnte "gewachsen" trifft man auf folgenden Bohrhaken-Typen:

FelsBereich/RouteAufgabenPriorität
AdelsbergAusdünnen und tote Bäume raus (in Absprache)nice to have
AsselsteinStufen ergänzen/erneuernwichtig
Asselsteinvon OstenMehr Sicht schaffennice to have
Jungturm FensterfelsEinzelne Äste entfernennice to have
RinsbergpfeilerSO-seitigKiefer rausweniger wichtig
WeiherwändeAbklären ob das Altholz zw. den Massiven raus kann (zum Verbauen)nice to have
Buchholzfelsenunter DächernBuchen entastenweniger wichtig
Schmalbühlervorneprüfen
Mühlfelsneuer, direkter Zugang von Rhinntal aus - ortsvorsteher ist informiertnice to have
Massiv hinterm FalkenturmTotholz entfernennice to have

Gut bis tolerabel

Nicht gut

 

Augenschraube

So soll es aussehen: Ring, Öse, Fels und Beton sind unbedenklich.

Beschreibung: Diese Ringe wurden in eine massive Augenschraube eingeschweißt und häufig in den 80-90er Jahren verwendet. Der Schaft selbst ist durch einen Schwalbenschwanz gegen Verdrehen und Herausziehen gesichert. Die Materialstärke ist ausreichend.

Handlungsbedarf: Solange der Ring sauber gesetzt ist, besteht kein Handlunsgbedarf. Diese Ringe werden vom SanSi zur Sanierung klassischer Routen eingesetzt.

Schaukelring

Schaukelring in massivem Fels.

Beschreibung: Diese Ringe werden als „Schaukelringe“ im Baumarkt angeboten und wurden häufig in den 90er Jahren verwendet. Der Schaft besitzt ein Feingewinde und die Schaftlänge beträgt nur ca. 6 cm.

Handlungsbedarf: Im Bestand besteht hier kein genereller Handlungsbedarf. Bei Neutouren werden Baumarktringe nicht mehr akzeptiert.

Gerüstöse

Beschreibung: Diese Ösen besitzen ein Holzgewinde. Mitunter also in Kombination mit Kunststoffdübel gesetzt, ganz selten auch gebleit. Schaftlänge so gut wie immer >= 12 cm.

PK-Abseilring

Der klassische Abseilring ist zum Abseilen – nicht zum Topropen.

Beschreibung: Massiver Abseilring mit großem Durchmesser sowohl in der Öse als auch beim Material. Die Abseilringe besitzen i.d.R. eine abgeflachte Stelle damit man Karabiner direkt in den Ring einhängen kann. Aufgrund der Materialstärke kann es allerdings vorkommen, dass bei einigen Karabinern die Schnapperöffnung nicht ausreichend ist.

Handlungsbedarf: Einige der Abseilringe sind auf der Rückseite nicht geschlossen. Nachdem es hier schon zu Unfällen kam, werden diese Schwachstellen durch den AK SanSi beseitigt.

 

Offene Gerüstöse

Die offene Gerüstöse mit Schweißpunkt und die geschlossene Franzosenöse.

Schlechter Fels

Die Öse ist richtig gesetzt. Allerdings ist über die Jahre der Fels weg erodiert. Bei Belastung federt die Öse, was den Vorgang noch beschleunigt.

Zu den Problemfeldern zählen:

  • Alterungserscheinungen am Fels
  • Alterungserscheinungen am Beton/Kleber/Blei
  • Alterungserscheinungen am Metall (Rost/Abnutzung)

Anstehende Felsarbeiten

Solltest du Interesse haben und Bereitschaft zeigen, den Felswart zu entlasten und Aufgaben zu übernehmen, setz dich bitte mit dem Felswart in Verbindung, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir freuen uns über rege Teilnahme.

Favicon