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Richtlinien für sanftes Klettern

Natur bewahren – Freiheit sichern

Lämmerteich

... damit das Klettern in der Südpfalz weiterhin möglich bleibt

1991 wurden Richtlinien für sanftes Klettern im Wasgau-Felsenland erarbeitet. Ihre Gültigkeit ist auch heute so aktuell wie damals: Sie verlangen konsequente Rücksichtnahme der Kletterer auf die Natur und aufeinander sowie eine verantwortungsbewusste Verhaltensweise am Fels.

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  • Im Pfälzerwald gilt ein Regelwerk für sanftes Klettern, um Natur, Gestein und die ursprüngliche Charakteristik der Routen zu schützen. Es zielt darauf ab, das Verhalten am Fels und dessen Umfeld verantwortungsvoll zu gestalten.
  • Schutz besonders geschützter Arten sowie das Vermeiden von Störungen während der Brutzeiten von Wanderfalke und Uhu stehen im Fokus.
  • Zudem bleiben bestehende Routen unverändert, um ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren.
  • Neuschließungen erfolgen nach klar definierten Standards, einschließlich Abstand zu bestehenden Routen und der Verwendung zertifizierter Sicherungsringe. Eine Abstimmung mit dem Arbeitskreis Sanierung und Sicherheit (SanSi) wird empfohlen.
  • Chalk sollte nicht verwendet werden. Falls unvermeidbar, sind Spuren nach der Aktion wieder schonend zu entfernen.
  • Die Richtlinien wurden gemeinsam mit relevanten Akteuren erarbeitet.

Verhalten am Fels

  • Die Felsen der Südpfalz sind Lebensraum für seltene Pflanzen, die nicht beschädigt oder entfernt werden dürfen.
  • Bei Sperrungen aus Gründen des Artenschutzes sind die Sperrschilder des Arbeitskreises Klettern und Naturschutz Pfalz (AK K&N) verbindlich. Darüber hinaus werden die Sperrinfos in den Schaukästen der PK und auf der Sperrliste veröffentlicht.
  • Jeder Kletterer sollte sich so verhalten, dass am Fels so wenig Spuren als möglich zurückbleiben. Auf den Gebrauch von Magnesia soll verzichtet werden.
  • Routenblockaden durch endloses Topropen sind zu vermeiden. Um Fels- und Baumschäden zu minimieren, bitte immer lange Schlingen zur Umlenkung benutzen.
  • Die von der Vereinigung der Pfälzer Kletterer angelegten Gipfelbücher sind langjähriger, wesentlicher Teil der südpfälzischen Kletterkultur. Für Schmierereien und sonstigen Missbrauch sind sie zu schade!

Verhalten im Umfeld der Felsen

  • Das Befahren von Forst- und Waldwegen mit Kraftfahrzeugen ist gesetzlich verboten und hat erhebliche Geldbußen zur Folge. Bitte deshalb nur auf den ausgewiesenen Parkplätze parken.
  • Zu den Felsen sind nur die üblichen Zu- und Abstiege zu benutzen.
  • Übermäßiger Lärm sollte vermieden werden.
  • Felssperrzeiten sind unbedingt zu akzeptieren.
  • Abfälle haben selbstverständlich in der Natur nichts zu suchen.

Verändern von bestehenden Routen

  • Der ursprüngliche Charakter der anspruchsvollen Kletterei in der Südpfalz soll in jedem Fall erhalten bleiben.
  • Für klassische Wege und für Wege, bei denen die Erstbegeher nicht mehr erreichbar sind, übernimmt die Fachgruppe Sanierung & Sicherheit (SanSi) die Koordinierung nachträglicher Sicherungsmöglichkeiten.
  • Zusätzliche Ringe (nH = nachträglich geschlagener Haken oder Ring ) dürfen daher nur nach Absprache mit dieser Fachgruppe bzw. dem Erstbegeher gesetzt werden.

Neuerschließung / Erstbegehungen

Die Anzahl der Kletterwege hat einen Stand erreicht, bei dem natürlich kletterbare Linien als Routenvorgabe nur noch in begrenzter Anzahl zu finden sind. Auch um Konflikten mit den Naturschutzverbänden und Behörden vorzubeugen, sollten Erstbegehungen mit größtmöglicher Rücksicht auf die Natur erfolgen.

  • Die vorhandene Vegetation ist zu belassen. Dies bezieht sich sowohl auf den Routenverlauf als auch auf den Felsfuß.
  • Der Erschließung von unten, die einen hohen Aufwand an Kreativität und Moral abfordert, ist gegenüber der Erschließung von oben Vorzug zu geben. Nach Möglichkeit sind mobile Sicherungsmittel (Keile, Friends usw.) einem betonierten Ring vorzuziehen.
  • Der Erstbegeher / Erschließer entscheidet unter Beachtung der Richtlinien in eigener Verantwortung über die Ausstattung der von ihm eröffneten Route mit Sicherungsmitteln.
  • Es werden nur noch die offiziellen Ringe des AK Sanierung & Sicherheit akzeptiert. Diese müssen fachgerecht gesetzt sein.
  • Zu geringe Ringabstände werden nicht toleriert. Eine zunehmende Routendichte darf nicht dazu führen, dass neu gesetzte Ringe von einer bestehenden Route aus greifbar sind. Ein Mindestabstand muss immer gewahrt bleiben.
  • Eine Erstbegehung ist abzuschließen, ehe ein neues Projekt begonnen wird. Als Zeichen für eine projektierte Route gilt eine Schlinge im ersten Ring.

Manipulierte Routen

  • Die künstliche Schaffung und Erhaltung von Griffen und Tritten wird grundsätzlich abgelehnt, da die Natursportart Klettern ausschließlich von natürlich vorgegebenen Felsstrukturen lebt. Dies gilt auch für das übermäßige “Abräumen” von brüchigem Gestein sowie das Verändern von Felspartien. Solche massiven Eingriffe an den als Naturdenkmäler ausgewiesenen Felsen sind aufgrund der bestehenden Rechtsverordnung verboten.

  • Sollte trotzdem bei Neutouren gegen diese Richtlinien verstoßen werden, wird diese Tour von der Fachgruppe Sanierung & Sicherheit (SanSi) abgebaut! Diese Entscheidung wird von allen im Arbeitskreis vertretenen Verbänden und von den Landespflegebehörden mitgetragen!

Nur durch Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein sowohl untereinander als auch gegenüber der Natur ist es möglich, dass das einvernehmliche Nebeneinander von Klettern und Naturschutz im Naturpark Pfälzerwald auch für die Zukunft bewahrt bleibt. Jeder Kletterer kann durch vorbildliches Handeln seinen positiven Beitrag leisten.

Unterzeichner:

  • Vereinigung der Pfälzer Kletterer (PK), Fachgruppe Sanierung und Sicherheit (SANSI) im Arbeitskreis Klettern und Naturschutz Pfalz (AK+N)
  • die Unteren Landespflegebehörden Landkreis Südliche Weinstraße und Südwestpfalz
  • Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. des Deutschen Alpenvereins (DAV)
  • Wasgau- Klettergilde (WKG)
  • Naturfreunde Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
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