Die Spielregeln

In der Pfalz gelten – wie in vielen Bouldergebieten – ortsspezifische Verhaltensregeln, die beachtet werden sollten, um das Bouldern nachhaltig zu ermöglichen.

Eine Besonderheit hier: Feuchter Sandstein wird brüchig. Das Klettern an nassem Fels erhöht die Gefahr von Griff- und Trittausbrüchen erheblich. Besonders in der kälteren Jahreszeit brauchen viele Linien mehrere Wochen zum Abtrocknen oder sind im Winter überhaupt nicht kletterbar.

Wir alle kennen die Enttäuschung: Man kommt hochmotiviert, hat eventuell eine lange Anreise hinter sich. Man hat die Matte den Hang hinaufgeschleppt, nur um festzustellen, dass die Cruxgriffe feucht sind. Das trifft jeden – doch bedenke: nicht nur heutige Boulderer, sondern auch kommende Generationen freuen sich über gute, intakte Linien.

Es mag verlockend wirken, es einfach auszuprobieren. Aber schon ein einzelner Griff- oder Trittausbruch kann ein wichtiges Bewegungsproblem dauerhaft zerstören – und damit auch die Akzeptanz für unseren Sport im Biosphärenreservat.

Boulderappell

Feuchter Sandstein ist weich

Das muss vermieden werden: Griffausbruch wegen Restfeuchte im Sansteind

Leider kein seltenes Bild – wenn es so aussieht, ist es zu spät. Sandstein wird brüchig, wenn er feucht ist – eines der Hauptargumente, warum viele gegen eine Veröffentlichung „unserer“ schönen Gebiete sind. Selbst wenn die Oberfläche in Wind und Sonne schnell trocknet, speichert Sandstein nach längerem Regen im Inneren Feuchtigkeit oft mehrere Tage. Bitte verhaltet euch rücksichtsvoll.

Die 3 Zonenregelung

Ab hier befindest du dich in der Kernzone

Eine weitere Besonderheit ist es, dass durch Einführung der 3-Zonenregelung des Biosphärenreservates im Jahr 2007 der Zugang zu einigen Bouldergebieten nicht mehr möglich ist. Viele Boulderer navigieren jedoch mit einer älteren Topo (z.B. Panico 2004), welche diese Regelung noch nicht berücksichtigt. Bitte informiert euch unbedingt vor einem Besuch, ob das Ziel der Wahl ggf. in der Kernzone liegt.

In den Kernzonen des Biosphärenreservats ist das Verlassen der Wege – und somit der Zugang zu den dort gelegenen Bouldergebieten – seit 2007 verboten. Bitte haltet euch aus den entsprechenden Gebieten fern, um ein generelles Boulderverbot zu vermeiden. Mancherorts weisen Schilder auf die Kernzonen hin – jedoch eher selten.

Gewissheit schafft ein Blick auf die Karte – hier der Kartendienst LANIS:
https://geodaten.naturschutz.rlp.de/

bzw. im Boulderforum mit Erläuterungen.
Hierzu ist ein Login notwendig:
https://www.bouldern-pfalz.de/

Zusammengefasst gilt:

• Wald vor Einbruch der Dunkelheit verlassen
• Nicht in der Kernzone bouldern 
• Möglichst wenig lärmen / keine Musik etc.
• Wege, wenn möglich, nicht verlassen / vorhandene Pfade nutzen
• Wald- und Forstwege nicht mit dem Auto befahren, rücksichtsvoll parken
• Chalk in Maßen, Tickmarks und Griffe nach dem Bouldern putzen
• Nicht an nassen / feuchten Griffen klettern (Sandstein wird brüchig!)
• Müll (auch gerne den von anderen) mitnehmen
• Rücksichtnahme auf andere Waldnutzer (Wanderer, Mountainbiker…)
• Kein Verändern der Felsstrukturen (Chippen / Schlagen von Griffen)
• Pflanzen und Tiere am Fels respektieren
• Kein Feuer machen
• Keine Veröffentlichung der aufgeführten Gebiete in Onlineplattformen
• Informiert euch regelmäßig unter bouldern-pfalz.de / pfaelzer-kletterer.de über jüngste Entwicklungen