Hand in Hand mit der Natur
Foto: Norbert Best
Die Natur braucht unseren Schutz, wie wir die Natur brauchen
Das gilt besonders für die Bewohner der Felsen
Seit die Wanderfalken an den Bundsandsteinfelsen brüten, engagieren wir uns für den Vogelschutz. Wir beobachten die Felsen und treffen die notwendigen Schutzmaßnahmen, damit ein ungestörter Brutablauf möglich ist. Die Kletterer bringen die Schilder an den entsprechenden Felsen an und entfernen diese, sobald der Fels wieder frei ist. Eine Sperrliste informiert tagesaktuell über die Schutzzonen. Ungezählte Stunden wird beobachtet, mittels Wildkameras, Spektiven und Ferngläsern.
Im Jahr 2025 dokumentierten wir:
Wanderfalken: 13 flügge Jungvögel
Uhus: 7 flügge Jungvögel
Kolkraben: 27 flügge Jungvögel
Mit Freude und Stolz können wir seit Jahren stabile Populationen bei Wanderfalke, Uhu und Kolkrabe verzeichnen.
Wie funktioniert das?
Zum Erreichen unserer naturschutz-relevanten Ziele haben wir uns in verschiedenen Arbeitskreisen organisiert, mit denen wir die wichtigsten Themen abdecken.
Der Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AK K&N) ist ein Zusammenschluss der im Pfälzerwald vertretenen Naturschutzvereinigungen und Kletterverbände. Er setzt sich bereits seit vielen Jahrzehnten ein für den Interessensausgleich zwischen dem erforderlichen Schutz von Fauna, Flora und den als Naturdenkmäler ausgewiesenen Sandsteinfelsen sowie möglichst geringen Einschränkungen bei der naturverträglichen Sportausübung und beim Betretungsrecht der freien Natur.
Die Unteren Naturschutzbehörden (UNb) der Kreisverwaltungen begleiten diese Arbeit, achten auf die Gewährleistung der gesetzlichen Vorgaben, beraten in Zweifelsfällen, sprechen formell Verbote aus („die Felssperrungen“) und ahnden eventuelle Verstöße.
Der Gesamtarbeitskreis gliedert sich in drei Fachgruppen, welche weitgehend unabhängig voneinander arbeiten und von denen zwei (SanSi und Erosionsschutz) für alle Interessierte offenstehen. Informationen über Diskussionsrunden und Arbeitseinsätze werden auf der Homepage der PK angekündigt. Die Fachgruppe Vogelschutz ist aus Effizienzgründen und der besonderen rechtlichen Bedeutung geschlossen. Möglichkeiten zur Mitarbeit auf diesem Gebiet bestehen dennoch zahlreiche und sind auch sehr wichtig (siehe unten).
Mit seinen Treffen im Spätherbst tritt der Gesamtarbeitskreis regelmäßig einmal im Jahr zusammen und präsentiert die Ergebnisse seiner Arbeit in den Fachgruppen. Alle die genauer wissen wollen, wie das „Erfolgsmodell Südpfalz“ funktioniert, sind hierzu herzlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen über die Homepage der PK.
Fachgruppe Vogelschutz
Hier befindet sich die Schaltzentrale des vereinsübergreifenden Vogelschutzes für das Klettergebiet der Südpfalz. Alle Informationen über Felsbrüter, ob Sichtung oder Nichtsichtung, Horstbau, aktive Bruten, Jungvögel, Störungen, Ausfälle oder sonstige Probleme laufen in der Fachgruppe zusammen. Die Beobachtungen werden dokumentiert und fortlaufend bewertet, der Umfang akut erforderlicher und präventiver Schutzmaßnahmen wird diskutiert und von ihr entschieden. Erstellung und Pflege der Sperrliste, Organisation der Beschilderung, Installation von Wildkameras, Begehungen und Vorort-Aufklärung spezieller Problematiken sind weitere Aufgaben.
Das Gremium arbeitet nicht öffentlich und ist im Teilnehmerkreis geschlossen. Seine Geschäftsordnung ist festgelegt im sogenannten Arbeitspapier (Link), welches von den im Arbeitskreis vertretenen Gruppierungen erarbeitet und im Jahre 2014 beschlossen wurde. Neben Mitarbeitenden der Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Südliche Weinstraße und Südwestpfalz (jeweils eine Person) entsenden die im Gebiet ansässigen Kletter- und Vogelschutzverbände Vertreter in paritätischer Anzahl (jeweils drei Personen), welche allesamt über das erforderliche gebietsspezifische und ornithologische Fachwissen verfügen.
Beteiligte Institutionen:
- UNb Landkreis Südliche Weinstraße
- UNb Landkreis Südwestpfalz
- Vereinigung der Pfälzer Kletterer
- Deutscher Alpenverein
- Vertreter für nicht in Verbänden organisierte Kletterer
- Naturschutzbund Deutschland – Arbeitskreis Wanderfalkenschutz RLP (NABU)
- Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie RLP (GNOR)
- Aktion Wanderfalken- und Uhuschutz (AWU)
Die Fachgruppenleitung wird traditionell durch den Umweltreferenten der PK wahrgenommen. Dieser – bislang stets männlich – vertritt die getroffenen Beschlüsse nach außen, ist aber formell unparteiisch.
In der öffentlichen Hauptsitzung des Gesamtarbeitskreises berichtet die Fachgruppe über das jeweilige Brutgeschehen, über Nachsperrungen oder vorzeitige Freigaben, zieht Bilanz über die Saison und präsentiert einen abgestimmten Vorschlag hinsichtlich der präventiv zu sperrenden Kletterfelsen für das kommende Jahr. Auch hierzu setzt das Arbeitspapier die verbindlichen Rahmenvorgaben.
Konstellation und Arbeitsweise dieses Gremiums haben sich über die vergangenen Jahre etabliert und bewährt. Im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben, divergierenden Schutzverständnissen und klettersportlichen Ansprüchen wurde ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss erzielt, der viel zum Erfolg des oft auch als Musterbeispiel für das Miteinander von Klettern und Naturschutz bezeichneten AKN beigetragen hat. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und war durchaus auch nicht immer so.
Auch wenn die Fachgruppe nicht offen und die Mitsprache hinsichtlich Sperrungen begrenzt ist, haben Interessierte immer die Möglichkeit, über ihre Repräsentanten Fragen und Anregungen einzubringen. Mindestens genauso wichtig sind Engagement und Mitarbeit vor Ort und im Gelände, sei es beim Aufhängen oder Wiedereinsammeln der Sperrschilder, Beobachten potentieller Brutfelsen und Melden der Ergebnisse. Informationen bekommt Ihr hier: Umweltreferent. Jede und jeder kann dazu beitragen, das jährliche Lagebild ein Stück weit zu verbessern … damit Wanderfalke, Uhu und Co. ungestört brüten und wir Kletterer möglichst rasch wieder Hand an den Fels legen können.
Fachgruppe Sanierung und Sicherheit
Leitung: Der Felswart der PK
In der Fachgruppe Sanierung und Sicherheit wird sich um alles gekümmert, was der Sicherheit des Kletterns in der Pfalz, unter Beibehaltung des traditionell geprägten Kletterstiles, dient.
Insbesondere werden Stand-, Zwischen- und Abseilhaken gewartet und auf den Einsatz von standard-konformen Material bei neuerschlossenen Routen geachtet.
Weitere Informationen finden sich im SanSi Wiki.
Fachgruppe Erosionsschutz und Wegebau
Die Fachgruppe Erosionsschutz und Wegebau wird unter der Leitung unseres Beisitzers in Kooperation mit dem DAV betreut. Dieser ist auch in den meisten Fällen für die auszuführenden Arbeiten verantwortlich. Hierbei wurden vom JDAV des Landes RP beispielsweise zahlreiche Wegebaumaßnahmen durchgeführt.